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by Jan Fusek, Fabian Goppelsröder und Robert Sollich
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Liebe treue Hörer*innen dieses Podcasts. Leider gehen wir heute nach 2055 Folgen und über 100000 Downloads in eine Sendepause. Ihr könnt also nicht mehr der Weimarer Republik täglich in Echtzeit folgen und werdet auf keine Trouvaillen wie den Vortrag von Agathe Lasch zur Sprache der Hamburger, oder die Texte zur Rezeption von Kafka stoßen. Wir bleiben dran, behaltet das Abonnement dieses Kanals und erfahrt hoffentlich demnächst, wann es hier weitergeht. Noch bleiben ja mehr als 7 Jahre der Weimarer Republik vor 100 Jahren. Unabhängig davon ob es weitergeht, danken wir auf jeden Fall allen, die mitgemacht haben, Thomas, Steffen, Stephanie, Sabine, Delilah, Andreas, Cristina, Stefan, Martin, Ralf. Rosa und Frank ihr seid phantastisch! Seit eineinhalb Jahren gibt es uns nur dank der Akademie der Wissenschaften in Hamburg, herzlichen Dank an Mojib Latif und Andrea Raap, ganz besonders an Wolfgang Grala. Dank an die Landeszentrale für Politische Bildung Hamburg, an die Zeitstitung Bucerius und an die Hapag-Lloyd-Stiftung. Im Zentrum steht aber Ihr alle. Wir danken Euch fürs Zuhören, Kommentieren, Anschreiben. Durchforstet weiterhin unser Folgen-Archiv.
Allen Hörerinnen und Hörern von Auf den Tag genau wünschen wir ein gutes, gesundes Jahr 26 – und müssen es doch mit einer schlechten Nachricht beginnen: Bis auf weiteres wird dies, wie schon einmal vor knapp zwei Jahren, die letzte Episode unseres Podcast sein. Und was wäre schöner, als diesen unerfreulichen Anlass noch einmal mit einem gewichtigen, prominenten Debüt zu begehen!? Egon Erwin Kisch gilt als einer der bedeutendsten Reporter nicht allein der deutschsprachigen Literaturgeschichte. 1885 in Prag geboren, schrieb er zunächst für das dortige Tagblatt und die Bohemia. Erstmals siedelte er 1913, abermals 1921 nach Berlin über. Hier veröffentlichte er nicht nur zahlreiche Bücher, sondern wirkte unter anderem als Autor für das Berliner Tageblatt, Den Neuen Tag aus Wien, für Lidové noviny aus Brünn – und seit heute auch für Auf den Tag genau. Ins Raubtierhaus des Berliner Zoologischen Gartens begleitet hat Kisch für uns Frank Riede.
Silvester - so hörte man es ganz ähnlich - bereits vor ein paar Tagen hier im Podcast - ist traditionell der Tag des Rückblicks. So hielt es am 31. Dezember 1925 auch der Hamburger Anzeiger – mit dem wir diesmal allerdings nicht das zurückliegende Jahr noch einmal Revue passieren lassen wollen, sondern dessen Autor „Spectator“ eine andere Art der Rückschau wagt: Er legt die unterschiedlichen Jahreswechsel der zurückliegenden Dekade nebeneinander und vergleicht von Jahr zu Jahr wie sich Situation und Stimmungen verändert haben. Ein Moment der ausgelassenen Freude, soviel sei gespoilert, war Silvester im ausgewählten Kriegs- und Nachkriegszeitraum für die Hamburgerinnen und Hamburger nie; die Sorgen und Hoffnungen, die sich mit der Jahreswende verbanden, wandelten sich mit dem Weltenlauf dennoch ganz erheblich. Wir wünschen allen, die uns hören, einen guten Rutsch! Es liest Rosa Leu.
Da ist sie nun, die Zeit zwischen den Festen. Die Weihnachtsfeiern sind vorbei, die Geschenke ausgepackt, der Christbaum samt Christbaumschmuck hatte seinen Auftritt und die Weihnachtslieder sind gesungen – wir haben in den letzten Tagen berichtet. Aber die nächste Sause naht, das Neue Jahr will gefeiert sein. Und die Berliner ziehen, wenig überraschend, los, will man dem Hamburgischen Correspondenten vom 30. Dezember 1925 glauben, um Böller und Feuerwerk zu kaufen. Die Bilanz des Weihnachtsfestes, mit all den Unmengen an Gänsen, die daran glauben mussten, und einen Ausblick auf die kommende Neujahrs-Nacht mit einer ordentlichen Portion Galgenhumor präsentiert uns Rosa Leu.
Der Jahreswechsel ist die Zeit der Rück- und Ausblicke. Was ist im vergangenen Jahr passiert? Was erwartet uns in den nächsten 12 Monaten? Die Harburger Anzeigen und Nachrichten druckten am 29. Dezember ein Resümee des Wirtschaftsjahres 1925 von Dr. Otto Hugo ab. Der 1878 bei Osnabrück geborene Hugo war Mitbegründer der Deutschen Volkspartei, saß für sie im Reichstag und vertrat auch darüber hinaus die Interessen der Schwerindustrie. Daher überrascht es wenig, dass sich seine Bilanz besonders gegen die sozialen Tendenzen in der Arbeitspolitik wendet, die durch ihre hohen Ausgaben die Industrie schwächen würden. Erst müssen Werte entstehen, bevor der Staat sie ausgegeben kann. Frank Riede präsentiert uns die Ratschläge, die Otto Hugo gibt, um in Deutschland einen wirtschaftlichen Aufschwung zu erleben.
Nachdem wir in den letzten Tagen allerlei weihnachtliche Themen zu Gehör brachten – von Schneekristallen bis hin zur Asbestdekoration des Christbaumes –, platzt heute die Innenpolitik in diese Jahresend-Besinnlichkeit. Die Leser*innen vor 100 Jahren wurden am 28. Dezember 1925 vom Hamburgischen Correspondenten daran erinnert, dass sie keine stabile Regierung besaßen. Hinter dem Titel „Weihnachten in Berlin“ verbirgt sich tatsächlich die Abwesenheit von Weihnachten im politischen Berlin. Wir erfahren von Frank Riede, wie spät die Spitzen der Politik erst ihre Urlaube antreten konnten, zumal sie schon Anfang Januar die Fortsetzung der Verhandlungen erwartete.
Sie sei die Aktie des kleinen Mannes, hieß es noch vor nicht allzu langer Zeit von der Briefmarke, die zu sammeln bis vor ein, zwei Generationen zumindest unter männlichen Zeitgenossen als echtes Massenphänomen galt. 1925 hatte die Hochzeit der Philatelie gerade erst begonnen, und so passt es ins Bild, dass die Bergedorfer Zeitung just in ihrer Weihnachtsausgabe „Die Kunst des Briefmarkensammelns“ in einem gleichlautenden Text feiert. Da der 27. Dezember in diesem Jahr auf einen Sonntag fiel, musste die Festtagszeitung für die Leserinnen und Leser, wie für die Hörerinnen und Hörer unseres Podcast, noch einen vierten Tag reichen. Aber Sammlerinnen und Sammler haben die Feiertage vermutlich eh mit ihren Alben und neuen Marken unter dem Weihnachtsbaum verbracht. Es liest Rosa Leu.
Auch am zweiten Weihnachtsfeiertag bestücken wir unseren Podcast mit einem Artikel der Weihnachtsausgabe vom 24. Dezember, heute der Harburger Anzeigen und Nachrichten. Ihre Rubrik „Kleines Feuilleton“ haat die Zeitung auch an diesem Tage befüllt, wenig überraschend mit dem Themenschwerpunkt Weihnachten. Und so kann uns Frank Riede über das Jahr, an dem es zweimal Weihnachten gab, aufklären, uns erklären, warum Tannenzweige im Feuer explodieren, und eine Anekdote aus dem Leben von Friedrich dem Großen nacherzählen. Wir wünschen einen behaglichen zweiten Weihnachtsfeiertag.
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Aus dem Kiez in die Welt, von der Oper in den Boxring – mit täglich einer Zeitungsnachricht aus der Hauptstadtpresse heute vor 100 Jahren tauchen wir ein in die Fragen und Debatten, die das Berlin von 1920 bewegten. Halte dich informiert und bleib auf dem Laufenden über eine Welt, die uns heute doch manchmal näher ist, als man meinen möchte.Die aktuelle Staffel „Hamburg und die Welt vor 100 Jahren“ entsteht in Kooperation mit der Akademie der Wissenschaften in Hamburg und präsentiert Zeitungsartikel aus Hamburger Tageszeitungen. Es gilt weiterhin: bis morgen! Die ZEIT STIFTUNG BUCERIUS, die Landeszentrale für politische Bildung Hamburg und die Hapag-Lloyd Stiftung unterstützen die Pilotphase des Geschichtspodcast finanziell.Mit Dank an Andreas Hildebrandt für den Jingle und Anne Schott für die Bildmarke.
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